
Verbundprojekt Blütenbunt-Insektenreich
Hand in Hand für mehr Insekten-Vielfalt
Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) und das Leibnz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) haben von 2020 bis 2026 gemeinsam die Initiative für ein großes Naturschutzprojekt in Schleswig-Holstein übernommen. Im Fokus standen dabei der Schutz und die Förderung der Insekten-Vielfalt.
So wurden über eine Laufzeit von sechs Jahren mit dem Projekt „Blütenbunt-Insektenreich“ vielfältige Schutzmaßnahmen sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum umgesetzt. Auch realisierten die Projektpartnerinnen und -partner Bildungsinitiativen an Schulen, Universitäten und im privaten Umfeld.


Artenkennerinnen und -kenner von morgen ausbilden
Das IPN und die Kieler Forschungswerkstatt setzten innerhalb des Projektes auf die Bildung und Ausbildung junger Menschen an den Sekundarschulen. Hierzu entwickelte ein Team aus wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie einer abgeordneten Lehrkraft beispielsweise Unterrichtsmaterialien für den Einsatz an Partnerschulen in ganz Schleswig-Holstein. Außerdem stellte die Kieler Forschungswerkstatt Materialien für die Feldarbeit bereit und führte Bildungsangebote für Schulen durch.
Um Lehrkräften Anregungen und erweiterte Artenkenntnisse zu vermitteln wurden entsprechende Fortbildungen konzipiert und durchgeführt. So zum Beispiel die regelmäßig am letzten Mittwoch des Monats stattfindende Insektensprechstunde. Auch in die Ausbildung der Lehramtsstudierenden fanden die erarbeiteten Materialien Eingang. So gelang es, die Artenkenner*innen von morgen auszubilden und bei den Schüler*innen das Interesse für Insekten sowie ihren Schutz zu wecken sowie nachhaltig zu fördern.




Kontakt:
Kieler Forschungswerkstatt
Katrin Schöps
Telefon: 0431-880 5912
E-Mail: schoeps@leibniz-ipn.de
Hintergrund
Spätestens seit der Krefelder Studie (2017) ist das Massensterben der Insekten in aller Munde. Die Studie konnte zeigen, dass in Schutzgebieten die Gesamtbiomasse der Fluginsekten in den letzten Jahrzehnten um 76 Prozent zurückgegangen ist.
Von den bundesweit rund 33.000 nachgewiesenen Insektenarten sind viele gefährdet. Ihre Bestände verzeichnen alarmierende Rückgänge. In der aktuellen Roten Liste, die über die Gefährdungssituation von Arten in Deutschland informiert, gelten zum Beispiel 42 Prozent der bewerteten Tagfalterarten als ausgestorben oder bestandsgefährdet. Höchste Zeit also, um diese wichtigen Bestäuber und weitere Insekten zu fördern und ihr Überleben zu sichern.
Über die Projektpartnerinnen und -partner
Die Partnerinnen und Partner des Verbundprojekts brachten vielfältige Expertise ein und konnten bereits auf erfolgreiche Projekte zurückblicken: Der Stiftung Naturschutz Schleswig Holstein ist es gelungen, den in Schleswig-Holstein verschollenen Goldenen Scheckenfalter zurückzuholen. Der DVL setzte erfolgreich die Initiative Schleswig-Holstein blüht auf um. Und die Kieler Forschungswerkstatt hat zum Beispiel mit den Plastikpiraten ein ebenfalls aktuelles Thema bundesweit in den Schulen verankert.
Diese Erfahrungen dienten dem Projekt Blütenbunt-Insektenreich, das in einzigartiger und beispielhafter Weise Maßnahmen in der Fläche, Bildung, Kommunikation und Bürgerwissenschaften (Citizen Science) miteinander verknüpfte. Es ist als Modellprojekt zum Insektenschutz bundesweit übertragbar, auch wenn es sich zunächst vor allem auf Schleswig Holstein konzentrierte.



Projektförderung
Das Verbundprojekt „Blütenbunt-Insektenreich“ wurde von 2020 bis 2026 mit rund 5 Millionen Euro im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Die erforderlichen Eigenmittel brachte die Stiftung Naturschutz ein.
Drittmittel wurden durch das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in Schleswig-Holstein (MELUND) und die Kreise Nordfriesland, Dithmarschen und Rendsburg-Eckernförde bereitgestellt.


