Lyrik erforschen und erleben

Grusel, Spuk und Gedichte

Gemeinsam mit dem Team vom sprach:werk erkunden Schüler*innen der Klassenstufen 6 und 7 in diesem Angebot Gedichte rund um die Themen Spuk und Grusel. Dabei liegt der Fokus an den insgesamt vier Lernstationen jeweils auf unterschiedlichen Perspektiven. So setzen sich die Lernenden zum Beispiel mit dem Aufbau und der Gestaltung lyrischer Texte auseinander oder entdecken die Wirkung von Sprache und Klang. Auch erhalten sie Raum, sich selbst kreativ auszuprobieren.

Das Programm knüpft an bereits vorhandenes Wissen aus dem Deutschunterricht an und eröffnet zugleich neue Zugänge zur Lyrik. Durch die Arbeit in Kleingruppen können die Jungen und Mädchen das Thema Gedicht untersuchen, ausprobieren und selbst gestalten. Das verbindende Thema Grusel und Spuk stellt dabei ein zusätzliches motivierendes Element dar.

Ablauf des Programmtages

Der Besuchstag in der Kieler Forschungswerkstatt beginnt mit einer gemeinsamen Einführung. Dabei erhalten die Schüler*innen einen ersten Einblick in die Welt der Lyrik. Anschließend durchlaufen sie in Kleingruppen die unterschiedlichen Lernstationen.

Station 1: Gedichte zum Klingen bringen

An dieser Station steht die akustische Wirkung von Lyrik im Mittelpunkt. Was passiert zum Beispiel, wenn wir ein Gedicht anders betonen oder mit unterschiedlichen Stimmen lesen? Das erkunden die Teilnehmenden, in dem sie sich anschauen, wie klangliche Gestaltungsmöglichkeiten die Wahrnehmung eines Gedichts beeinflussen können. Dabei geht es aber nicht nur ums Zuhören und Untersuchen. Die Schüler*innen erhalten auch selbst die Möglichkeit, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu experimentieren. So können sie die Wirkung lyrischer Texte unmittelbar erfahren.

Station 2: Gedichte unter der Lupe

Den Aufbau und die Gestaltung lyrischer Texte nehmen die Lernenden an dieser Station genauer unter die Lupe. Dabei schauen sie sich an, was ein Gedicht eigentlich zu einem Gedicht macht. Abhängig vom Vorwissen der Lerngruppe führt das Team vom sprach:werk zentrale Begriffe und Merkmale ein, greift diese auf oder vertieft sie. Darüber hinaus nehmen die Schüler*innen den Zusammenhang von Form und Inhalt in den Blick. Dabei geht es beispielweise um die Frage, wie die Gestaltung eines Gedichts seine Aussage und Wirkung unterstützen kann.

Station 3: Lyrik mal anders

Das Lyrik nicht immer so aussehen und klingen muss, wie die Schüler*innen es vielleicht aus dem Unterricht kennen, erfahren sie an dieser Station. Hier lernen sie ungewöhnliche und spielerische Formen lyrischer Texte kennen, wie zum Beispiel Haiku oder Nonsensgedichte. Auch erhalten die Lernenden Impulse und Gestaltungsmöglichkeiten, bevor dann das eigene Ausprobieren im Mittelpunkt steht: Sie werden selbst kreativ und erproben eine eigene lyrische Form. Dabei bleibt viel Raum für individuelle Ideen, ungewöhnliche Einfälle und ganz unterschiedliche Ergebnisse.

Station 4: Ein Gedicht in Bewegung

An der vierten Station beschäftigen sich die Lerngruppen mit der Frage, wie sie ein Gedicht in bewegte Bilder übersetzen können. Das Ziel ist, die Erstellung eines Stop-Motion-Films. In einem ersten Schritt überlegen sich die Schüler*innen, welche Gegenstände, Bilder und Bewegungen einzelne Motive, Stimmungen oder Handlungselemente des Gedichts sichtbar machen können. Daraus entwickeln sie dann eine eigene filmische Umsetzung. Für die Arbeit mit der Stop-Motion-Box stehen den Jungen und Mädchen unterschiedliche Materialien, beispielsweise Lego-Figuren oder Lege-Elemente, zur freien Verfügung. Durch die gestalterische Auseinandersetzung mit dem Gedicht übertragen die Lernenden ihre Eindrücke und Deutungen in eine visuelle Form.