
Tolle Erfolge für das Schülerforschungszentrum Kieler Forschungswerkstatt bei den Regionalwettbewerben Jugend forscht
Auszeichnungen für insgesamt sieben Projekte
Im Zeitraum 18. Februar bis 5. März fanden in Schleswig-Holstein die diesjährigen Regionalwettbewerbe von Jugend forscht statt. Das Schülerforschungszentrum (SFZ) Kieler Forschungswerkstatt war mit sieben Projekten in Kiel, Elmshorn und Flensburg vertreten. Bei den drei Wettbewerben freuten sich die Teilnehmenden über tolle Erfolge in den Themengebieten Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Biologie, Chemie und Physik. Für die Erstplatzierten geht es am 25. März bei den Landeswettbewerben Jugend forscht und Jugend forscht junior an der Kieler Universität in die nächste Runde.
Regionalwettbewerb in Kiel
Beim Regionalwettbewerb in Kiel am 18. Februar freute sich die 11-jährige Silja Jacobsen über den ersten Preis bei Jugend Forscht junior im Themengebiet Geo- und Raumwissenschaften. Sie beschäftigte sich mit der Frage, wieviel Kresse wir pflanzen müssten, um den Klimawandel zu stoppen. In einem Versuch ließ sie Kresse wachsen und nutzte dann einen Sensor, um herauszufinden, wie viel Kohlenstoffdioxid (CO₂) diese aufnimmt. Mit diesem Ansatz möchte sie ausrechnen, was wir theoretisch tun müssten, um den bisherigen Einfluss der Menschen rückgängig zu machen und wie viele Pflanzen wir bräuchten, um wieder einen guten CO₂-Wert zu haben.
Der erste Preis bei Jugend Forscht im Themengebiet Mathematik/Informatik ging in Kiel an Marten Jacobsen (16 Jahre). Er entwickelt im Rahmen seines Projektes ein Verfahren zur Erzeugung von Zufallszahlen aus verschiedenen physikalischen Messungen. Mit diesen Zahlen möchte er Nachrichten so verschlüsseln, dass ein sehr hoher Grad an Sicherheit erreicht wird. Für die Umsetzung nutzt er verschiedene selbstgebaute Komponenten wie Zufallszahlengeneratoren und Chiffriergeräte. Das Verfahren für den Transport der Nachrichten soll für die Nutzer*innen komfortabel sein und beispielsweise mit dem Smartphone funktionieren.




Regionalwettbewerb in Elmshorn
Paul Brock, 16 Jahre alt, erreichte beim Regionalwettbewerb in Elmshorn am 19. Februar den ersten Preis bei Jugend Forscht im Themengebiet Biologie. In seiner Projektarbeit schaute er sich an, ob die Öffnungen auf der Blattoberfläche von Pflanzen (Stomata) auf Schallwellen reagieren. Daran interessierte ihn besonders, inwieweit Pflanzen auf Umweltreize reagieren können, obwohl sie keine traditionellen Wahrnehmungsorgane haben und welchen Nutzen dies in der Landwirtschaft haben könnte.
Die 16-jährigen Vincent Habetha und Liam Simmons erhielten im Themengebiet Chemie bei Jugend Forscht den ersten Preis. In ihrem Projekt setzen sich die beiden Jugendlichen mit der Polymerisation des Kunststoffs Polyethylcyanacrylat auseinander, dessen Monomer Ethylcyanacrylat (ECA) ein Hauptbestandteil von handelsüblichem Sekundenkleber ist. Ihre Vermutung ist, dass sie die Produkteigenschaften durch Anpassung des Lösungsmittelanteils beeinflussen können und sich aus ihren Ergebnissen mögliche konventionelle Anwendungen, wie beispielsweise Verpackungen, aber auch spezifische Nutzungspotenziale ableiten lassen.
Der zweite Platz im Themengebiet Chemie bei Jugend forscht ging an Souleiman El Azouzi (16 Jahre). In seinem Projekt arbeitet er daran, einen Plastikersatz auf Basis von Spirulina herzustellen. Dazu extrahierte er die Proteine der Mikroalge und nutzte dann Agar-Agar sowie Glycerin, um ein folienartiges Produkt zu erhalten.
Ebenfalls in Elmshorn gingen Jette, Lena und Lia an den Start. Die drei Jugendlichen hatten sich während der TalenteCamps der MINT-Akademie in der Kieler Forschungswerkstatt kennengelernt und freuten sich bei Jugend Forscht im Fachgebiet Chemie über den Sonderpreis „Ressourceneffizienz und Zirkularität“. Gemeinsam arbeiteten sie über verschiedene Standorte hinweg daran, ein Verpackungsmaterial aus Proteinen herzustellen, um so Ressourcen wie Erdöl einzusparen.








Fotos Elmshorn: Claudia Timmann
Regionalwettbewerb in Flensburg
In Flensburg fand am 5. März der letzte der insgesamt fünf schleswig-holsteinischen Regionalwettbewerbe statt. Der 14-jährige Klaas Jacobsen erreichte hier bei Jugend forscht junior im Themengebiet Physik den zweiten Platz. In seinem Projekt untersuchte er, wie eine Optimierung von Flügelform und -stellung möglich ist, damit sich die Luftströmungen nicht gegenseitig behindern oder ausbremsen. Dazu hat er in einem kleinen selbst gebauten Windkanal verschiedene Flügelstellungen und deren Auftrieb gemessen. Sein Ziel war es, Verbesserungsmöglichkeiten für den Flugzeug- und Drohnenbau zu finden und so durch eventuelle Einsparungen bei Treibstoff oder Baumaterialien auch einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Landeswettbewerb in Kiel am 25. März
Gemeinsam mit dem Team vom SFZ bereiten sich die Kinder und Jugendlichen jetzt in der Kieler Forschungswerkstatt auf den Landeswettbewerb an der Uni Kiel (Ludewig-Meyn-Straße 8) am 25. März vor. Nach der Begutachtung durch die Jury-Mitglieder steht die Ausstellung von 14 bis 16 Uhr auch allen Interessierten offen. Der Bundeswettbewerb mit allen Landessieger*innen findet vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach statt. Ausrichter ist die Stiftung Jugend forscht e. V. gemeinsam mit der Schaeffler AG.