
Großer Erfolg für das Schülerforschungszentrum Kieler Forschungswerkstatt beim Bundesfinale Jugend forscht
Dritter Platz im Fachgebiet Chemie und ein Sonderpreis Biologie gehen nach Kiel
Beim Bundesfinale Jugend forscht in Herzogenaurach vom 28. bis 31. Mai 2026 freute sich das Schülerforschungszentrum (SFZ) Kieler Forschungswerkstatt über zwei großartige Platzierungen. Vincent Habetha und Liam Simmons, beide 17 Jahre, erzielten mit ihrem Projekt „Kunststoff aus Sekundenkleber – Modifizierte Polymerisation von Ethylcyanacrylat“ den mit 1.500 Euro dotierten dritten Platz im Fachgebiet Chemie. Über den Sonderpreis für seine Arbeit auf dem Gebiet der Umwelttechnik und 1.000 Euro Preisgeld freute sich der 16-jährige Paul Brock, der mit seinem Projekt „Schallgesteuerte Stomata: Ein innovativer Ansatz für effizientere Landwirtschaft“ im Fachgebiet Biologie angetreten war. Bei einem abendlichen Festempfang sowie bei der abschließenden Preisverleihung feierten die Jugendlichen ihren Erfolg gemeinsam mit ihren Betreuer*innen Antonia Grubert und Florian Uellendahl-Werth vom Kieler SFZ sowie Willi Wentorf, Lehrer an der Max-Planck-Schule Kiel.





Kunststoff aus Sekundenkleber – Modifizierte Polymerisation von Ethylcyanacrylat

Foto/Copyright: Stiftung Jugend forscht e.V.
Vincent Habetha und Liam Simmons untersuchten in ihrem Projekt den Stoff Ethylcyanacrylat. Dieser ist Hauptbestandteil vieler Sekundenkleber, kann jedoch auch als Grundlage von Kunststoff dienen. Ein großer Vorteil des als PECA bekannten Polymers ist, dass es beinahe vollständig recycelbar ist. So könnte der Stoff dazu beitragen, der steigenden Plastikverschmutzung entgegenzuwirken. In der Kieler Forschungswerkstatt und an der Technischen Fakultät der Uni Kiel modifizierten die beiden Schüler im Labor die Eigenschaften von PECA. Hierzu gaben sie zum Beispiel unterschiedliche Mengen an Lösungsmitteln hinzu oder veränderten die Verdünnung, Durchrührung und Temperatur. Anschließende erste Belastungstests zeigten, dass vor allem bei der Verformbarkeit, aber auch bei der Bruchfestigkeit noch Verbesserungen nötig sind. Zukünftig wäre die Verwendung von PECA beispielsweise in Hartplastikverpackungen, Filamentstoffe für 3D-Drucker oder Kabelummantelungen denkbar.
Schallgesteuerte Stomata: Ein innovativer Ansatz für effizientere Landwirtschaft

Foto/Copyright: Stiftung Jugend forscht e.V.
Paul Brock wollte mit seinem Projekt herausfinden, ob sich mit Schall die winzigen Spaltöffnungen beeinflussen lassen, über die Pflanzen Gase austauschen und Wasser verdunsten. Dazu machte er sich das Wissen zunutze, dass Pflanzen auf Schallwellen reagieren, obwohl sie dafür keine speziellen Sinnesorgane besitzen. Im Schülerforschungszentrum Kieler Forschungswerkstatt experimentierte der Jugendliche mit Giersch-Pflanzen. Diese beschallte er in einer Kammer mit unterschiedlichen Frequenzen zwischen 250 und 6.000 Hertz. Seine Versuche zeigten, dass bei der tiefsten Frequenz die Poren etwa um ein Drittel geringer geöffnet waren, als bei nichtbeschallten Pflanzen. Bei der höchsten Frequenz dagegen öffneten sich die Poren weiter um knapp zehn Prozent. Diese Erkenntnis aus Pauls Forschungsprojekt könnte künftig beim Anbau von Nutzpflanzen Verwendung finden, zum Beispiel um bei Trockenheit den Wasserverbrauch zu drosseln oder die Aufnahme von Düngemitteln zu verbessern.
Über das 61. Bundesfinale Jugend forscht
Das Bundesfinale Jugend forscht fand vom 28. bis 31. Mai in Herzogenaurach statt. In den verschiedenen Fachbereichen traten dieses Mal 159 junge Talente mit insgesamt 116 Forschungsprojekten in den wissenschaftlichen Wettstreit. Sie alle haben sich als Landessiegerinnen und Landessieger für das Bundesfinale 2026 qualifiziert. Schleswig-Holstein war mit insgesamt fünf Projekten im Wettbewerb verteten, drei davon aus den Schülerforschungszentren des Netzwerkes SFZ-SH. Die Veranstaltung wurde ausgerichtet von Schaeffler und von der Stiftung Jugend forscht e. V.
Alle Informationen zu den Projekten hier auf der Webseite von Jugend forscht