Verbundprojekt Blütenbunt-Insektenreich

Um blütenbestäubende Insekten geht es in dem Projekt BlütenBunt-InsektenReich

Hand in Hand für mehr Insekten-Vielfalt

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) und das Leibnz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) haben gemeinsam die Initiative für ein großes Naturschutzprojekt in Schleswig-Holstein übernommen. Im Fokus stehen dabei der Schutz und die Förderung der Insekten-Vielfalt.

So sollen mit dem Projekt „Blütenbunt-Insektenreich“ vielfältige Schutzmaßnahmen sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum umgesetzt werden. Auch möchten die Projektpartnerinnen und -partner Bildungsinitiativen an Schulen, Universitäten und im privaten Umfeld realisieren.

Artenkennerinnen und -kenner von morgen ausbilden

Das IPN und die Kieler Forschungswerkstatt setzen auf die Bildung und Ausbildung junger Menschen an den Sekundarschulen. Hierzu entwickelt ein Team aus wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie einer abgeordneten Lehrkraft beispielsweise Unterrichtsmaterialien für den Einsatz an Partnerschulen. Außerdem stellt die Kieler Forschungswerkstatt Exkursionskisten für die Feldarbeit bereit und führt Bildungsangebote für Schulen durch.

Um Lehrkräften Anregungen und erweiterte Artenkenntnisse zu vermitteln werden entsprechende Fortbildungen konzipiert und durchgeführt. Auch in die Ausbildung der Lehramtsstudierenden sollen die erarbeiteten Materialien Eingang finden. So soll es gelingen, die Artenkennerinnen und -kenner von morgen auszubilden und bei den Schülerinnen und Schülern das Interesse für Insekten sowie ihren Schutz zu wecken und nachhaltig zu fördern.

Zwei Schülerinnen bei der Bestimmung von Insekten
Im Projekt Blütenbunt-Insektenreich geht es um dden Schutz und die Förderung der Insekten-Vielfalt

Kontakt:
Kieler Forschungswerkstatt
Katrin Schöps
Telefon: 0431-880 5912
E-Mail: schoeps@leibniz-ipn.de

Hintergrund

Spätestens seit der Krefelder Studie (2017) ist das Massensterben der Insekten in aller Munde. Die Studie konnte zeigen, dass in Schutzgebieten die Gesamtbiomasse der Fluginsekten in den letzten Jahrzehnten um 76 Prozent zurückgegangen ist.

Von den bundesweit rund 33.000 nachgewiesenen Insektenarten sind viele gefährdet. Ihre Bestände verzeichnen alarmierende Rückgänge. In der aktuellen Roten Liste, die über die Gefährdungssituation von Arten in Deutschland informiert, gelten zum Beispiel 42 Prozent der bewerteten Tagfalterarten als ausgestorben oder bestandsgefährdet. Höchste Zeit also, um diese wichtigen Bestäuber und weitere Insekten zu fördern und ihr Überleben zu sichern.

Über die Projektpartnerinnen und -partner

Die Partnerinnen und Partner des Verbundprojekts bringen vielfältige Expertise ein und können bereits auf erfolgreiche Projekte zurückblicken: Der Stiftung Naturschutz Schleswig Holstein ist es gelungen, den in Schleswig-Holstein verschollenen Goldenen Scheckenfalter zurückzuholen. Der DVL setzte erfolgreich die Initiative Schleswig-Holstein blüht auf um. Und die Kieler Forschungswerkstatt hat mit den Plastikpiraten zuletzt ein ebenfalls aktuelles Thema bundesweit in den Schulen verankert.

Diese Erfahrungen sollen dem neuen Projekt dienen, das in einzigartiger und beispielhafter Weise Maßnahmen in der Fläche, Bildung, Kommunikation und Bürgerwissenschaften (Citizen Science) miteinander verknüpft. Es ist als Modellprojekt zum Insektenschutz bundesweit übertragbar, auch wenn es sich zunächst vor allem auf Schleswig Holstein konzentriert.

Impressum der Kieler Forschungswerkstatt (IPN)

Projektförderung

Das Verbundprojekt „Blütenbunt-Insektenreich“ wird von 2020 bis 2026 mit rund 5 Millionen Euro im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Die erforderlichen Eigenmittel werden von der Stiftung Naturschutz eingebracht.

Drittmittel werden durch das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in Schleswig-Holstein (MELUND) und die Kreise Nordfriesland, Dithmarschen und Rendsburg-Eckernförde bereitgestellt.