Eine Schulklasse experimerntiert im life:labor der Kieler Forschungswerkstatt

Experimente zur Molekularbiologie und Medizin im life:labor

lifelabor

Aktuelle Themen aus der humanmedizinischen und biologischen Forschung

Im life:labor erhalten Schülerinnen und Schüler einen Zugang zu aktuellen Themen aus der humanmedizinischen und biologischen Forschung. Zudem können die Jugendlichen bei ihrem Laborbesuch typische Arbeitsmethoden dieser Disziplinen kennenlernen und ausprobieren.

Die Angebote beziehen sich auf die Fachanforderungen für das Fach Biologie. Eine besondere Ausrichtung liegt auf den Basiskonzepten „Struktur und Funktion“ sowie „Geschichte und Verwandtschaft“. Hierdurch eignen sie sich besonders als inhaltliche Ergänzung zum regulären Biologieunterricht.

Derzeit richten sich die Lernangebote im life:labor schwerpunktmäßig an Schulklassen der Sekundarstufe II (11. bis 13. Klassenstufe) sowie als Fortbildungsangebote an Lehrkräfte.


Angebote

Unsere Angebote richten sich an ganze Schulklassen. Je nach Klassenstärke wird die Lerngruppe in Kleingruppen aufgeteilt.

Epigenetische Veränderung bei Entzündungen? (Oberstufe)
Welche Rolle spielen DNA-Methylierungen bei Colitis ulcerosa?

Welche Rolle spielen DNA-Methylierungen bei Colitis ulcerosa?

Eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED) beeinträchtigt eine erkrankte Person massiv. Ein großes Problem liegt darin, dass eine eindeutige Diagnose zwischen den beiden häufigsten CEDs Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bislang schwierig ist. Die Zuhilfenahme der Epigenetik kann zukünftig die Diagnose erleichtern. Auch für die Therapie der Erkrankungen bieten sich neue Möglichkeiten.

Während ihres Labortages lernen die Jugendlichen am Beispiel der Colitis ulcerosa, dass bestimmte Gene durch vorhandene oder nicht-vorhandene DNA-Methylierungen verändert sein können. Auf diese Weise leisten sie einen Beitrag zur Diagnose der Erkrankung. In der Folge ist eine schnellere und zielgerichtetere Behandlung der Erkrankten möglich. 

Der Besuchstag im life:labor

Im Rahmen des Angebotes stellt das Team des life:labors den Schülerinnen und Schüler die DNA-Methylierung als einen Mechanismus der Epigenetik vor. Der Labortag beginnt mit einem Einführungsvortrag. Hier bekommen die Jugendlichen einen Versuch zur DNA-Methylierung zunächst theoretisch erläutert. Anschließend erproben sie ihn mittels Restriktionsverdau und Agarose-Gelelektrophorese im Labor auch praktisch. Zum Abschluss des Besuchstages stellen die Mitarbeiterinnen der Kieler Forschungswerkstatt verschiedene Möglichkeiten zur Auswertung der Agarose-Gele vor. Auch diskutieren sie gemeinsam mit der Schulklasse das Versuchsergebnis.

Escherichia coli – Facetten eines Darmbakteriums (Oberstufe)
Escherichia coli als Modellorganismus in der Forschung

Escherichia coli als Modellorganismus in der Forschung

Theodor Escherich beschrieb 1885 erstmals das "Bacterium coli commune". Das Bakterium lebt im menschlichen Darmtrakt und wurde seinem Entdecker zu Ehren später in Escherichia coli (E. coli) umbenannt. Als Erstbesiedler gehört E. coli zur menschlichen Darmflora. Durch seine Atmungsvorgänge verbraucht es den im Darm vorhandenen Sauerstoff und ermöglicht dadurch die Ansiedlung von obligat anaeroben Darmbakterien. Aufgrund seiner leichten Kultivierbarkeit und hohen Vermehrungsrate wurde E. coli schnell zu einem Modellorganismus in der Forschung.

Erkenntnisse und Experimente zu Escherichia coli

Im Rahmen dieses Angebotes stellt das Team des life:labors den Schülerinnen und Schülern bekannte und neueste Erkenntnisse über das Bakterium E. coli vor. Mit einem Vortrag, der einen Versuch zum Nachweis von E. coli zunächst theoretisch erläutert, startet des Besuchstag. Im Anschluss erproben die Jugendlichen diesen Versuch mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und Agarose-Gelelektrophorese im Labor praktisch. Abschließend stellen die Mitarbeiterinnen der Kieler Forschungswerkstatt verschiedene Möglichkeiten zur Auswertung der Agarose-Gele vor. Zudem diskutieren sie gemeinsam mit der Schulklasse das Versuchsergebnis.

Welchen Einfluss hat die Epigenetik auf das Leben? (Oberstufe)
Im Rahmen des Angebotes stellt das Team des life:labors den Schülerinnen und Schüler die Epigenetik sowie ihre Mechanismen vor.

Ein Angebot zur Epigenetik für Schulklassen der Oberstufe

Verändert bestimmte Nahrung das Erbgut von Bienen? Wie wird die Blütenbildung in Pflanzen gesteuert?
Antworten auf diese und ähnliche Fragen liefern Forschungsergebnisse aus einem aktuellen wissenschaftlichen Forschungsfeld, der Epigenetik.

Durch die Epigenetik wissen wir, dass der genetische Code eines Organismus zunächst nur dessen genetische Grundausstattung darstellt. Zusätzlich sorgen epigenetische Mechanismen für eine umweltbedingte Regulation des Genotyps zur Ausbildung des Phänotyps. Diese spielen bei allen die DNA betreffenden Prozessen eine wesentliche Rolle. Beispiele hierfür sind die Regulation der Transkription, der Erhalt der Genomstabilität und die DNA-Replikation.

Restriktionsverdau und Agarose-Gelelektrophorese im Labor

Im Rahmen des Angebotes stellt das Team des life:labors den Schülerinnen und Schüler die Epigenetik sowie ihre Mechanismen vor. Zu Beginn des Besuchstages hören die Jugendlichen einen Vortrag. Dieser erläutert einen Versuch zum Thema zunächst theoretisch. Im Anschluss erproben die Gruppen diesen Versuch mittels Restriktionsverdau und Agarose-Gelelektrophorese im Labor praktisch. Abschließend stellen die Mitarbeiterinnen der Kieler Forschungswerkstatt verschiedene Möglichkeiten zur Auswertung der Agarose-Gele vor. Zudem diskutieren sie gemeinsam mit der Schulklasse das Versuchsergebnis.

Was bedeutet Verwandtschaft? (Oberstufe)
Was bedeutet Verwandtschaft? Erstellung und Vergleich von Stammbäumen an einem Beispiel aus der Botanik

Erstellung und Vergleich von Stammbäumen an einem Beispiel aus der Botanik

Jeder Mensch hat eine Familie, also Verwandtschaft. Zur Betrachtung der Familienverhältnisse werd ein Stammbäum erstellt. Wie bei einem Baum stehen als Wurzel ganz unten die ältesten Verwandten und weiter nach oben wie die Astverzweigungen eines Baumes die Jüngsten.

Einen Stammbaum gibt es für jeden Organismus. Dieser beruht traditionell auf morphologischen Merkmalen. Aufgrund neuer Methoden in der Molekularbiologie und Bioinformatik erstellt man heutzutage Stammbäume, die auf genetischen Merkmalen beruhen.

Besuchstag beleuchtet die Unterschiede von morphologischen und genetischen Stammbäumen zum Verdeutlichen von Verwandtschaft

Im Rahmen des Angebotes beleuchtet das Team des life:labors gemeinsam mit den Jugendlichen die zugrundeliegenden Unterschiede von morphologischen und genetischen Stammbäumen. In einem Einführungsvortrag bekommen die Schülerinnen und Schüler die Grundlagen zur Erstellung eines Stammbaums zunächst theoretisch erläutert. Anschließend erstellen sie selbstständig anhand von ausgewählten Blütenpflanzen einen morphologischen Stammbaum. Mittels Datenbankanalyse fertigen sie außerdem einen genetischen Stammbaum an, der die Verwandtschaft der Pflanzen verdeutlicht.

Im praktischen Teil erprobt die Schulklasse im Labor eine DNA-Isolierung, deren Erfolg sie mittels Agarose-Gelelektrophorese nachweist. Die Mitarbeiterinnen der Kieler Forschungswerkstatt stellen im Anschluss verschiedene Möglichkeiten zur Auswertung der Agarose-Gele vor. Abschließend werten die Jugendlichen die verschiedenen Stammbäume vergleichend aus und diskutieren gemeinsam alle Versuchsergebnisse.

Hinweis: Bei diesem Angebot handelt es sich um ein neukonzipiertes Modul. In den ersten Veranstaltungen findet daher eine entsprechende Evaluierung statt.

Schülerforschungszentrum Kieler Forschungswerkstatt
Im Schülerforschungszentrum besuchen Kinder und Jugendliche tolle Nachmittags- und Ferienangebote

Nachmittagsangebote im Schülerforschungszentrum Kieler Forschungswerkstatt

In den kostenlosen Nachmittagsangeboten im Schülerforschungszentrum (SFZ) Kieler Forschungswerkstatt können Kinder und Jugendliche ab der 3. Klasse selbständig forschen und eigene Projekte bearbeiten. Bei uns im Schülerlabor finden die Mädchen und Jungen dafür nicht nur die optimale Ausstattung, sondern auch immer den richtigen Ansprechpartner oder die richtige Ansprechpartnerin für ihre Fragen.

Das Schülerforschungszentrum steht allen Interessierten immer mittwochs und freitags von 15 bis 18 Uhr offen. Neben dem freien Forschen bieten wir hier auch Workshops und Kurse an.

Science Research Club für Jungen und Mädchen ab der 3. Klasse
ab 26. Oktober 2018 immer freitags von 15 bis 18 Uhr

Wer findet das Gelbe vom Ei? Wie macht man eigentlich Honig oder stellt eigene Klebestifte her? Und wer ist der beste Lampendetektiv? Im Science Research Club treffen wir uns immer freitags von 15 bis 18 Uhr, um zusammen zu tüfteln und zu forschen. Wir bearbeiten verschiedene Forschungsfragen und wollen dabei auch mit dir zusammen dein eigenes Forschungsprojekt finden.

Hinweis: Nach vorheriger Absprache ist es im Science Research Club prinzipiell möglich zu einer späteren Uhrzeit dazu zu stoßen oder auch früher zu gehen. Bei unserem ersten Treffen am 26. Oktober möchten wir jedoch mit allen gemeinsam die Zeit von 15.30 bis 17.30 Uhr nutzen. Bitte plant an diesem Tag ein, in jedem Fall in der angegebenen Zeit bei uns zu sein!

Freies Forschen für Mädchen und Jungen ab der 8. Klasse
nach Vereinbarung im Rahmen der Öffnungszeiten

Du hast schon eine eigene Idee oder ein eigenes Forschungsprojekt, an dem du bei uns frei forschen möchtest? Dann melde dich unter sfz@forschungs-werkstatt.de an und wir besprechen mit dir dein Forschungsvorhaben. Dieses kannst du dann während der Öffnungszeiten des SFZ selbstständig bearbeiten.

Feinstaub und Luftkeime: Wie sauber ist unsere Luft? (Alle Klassenstufen)
Einzeltermin am 24. Oktober 2018 von 15 bis 18 Uhr

An diesem Nachmittag wollen wir mit euch zusammen unsere Luft untersuchen. Wir erforschen wie sauber eigentlich die uns umgebenden Luft ist, die wir immerzu einatmen. Außerdem schauen wir beispielsweise, wie hoch die Belastung an Feinstaub ist oder welche Keime sich in unserer Luft finden. Neben der Bearbeitung verschiedener Forschungsfragen, wollen wir dich auch dabei unterstützen, dein eigenes Forschungsprojekt zu finden.

Der Treibhauseffekt - Fluch, Segen oder ein bisschen von beidem? (ab der 8. Klasse)
am 2. November, 7. November und 9. November von 15 bis 18 Uhr

Wie beeinflussen verschiedene Gase den natürlichen Treibhauseffekt? Und wie stark beeinflussen Menschen die Klimaerwärmung? Diesen und anderen Fragen wollen wir mithilfe von verschiedenen Experimenten auf den Grund gehen. Hierzu entwickeln wir mit euch gemeinsam physikalische Modelle. Auch untersuchen wir die Auswirkungen von verschiedenen Gasen auf unsere Atmosphäre experimentell.

Workshop Mikroplastik (ab der 7. Klasse)
vom 14. bis 28. November 2018 immer mittwochs von 15 bis 18 Uhr

In diesem Workshop dreht sich alles um das Thema Mikroplastik: Welche Kosmetikprodukte enthalten Mikroplastik? Wie viel Mikroplastik finden wir an unseren Stränden? Kann man Mikroplastik wieder aus dem Meer heraus holen? Und welche Effekte hat Mikroplastik auf Lebewesen? All diesen Fragen widmen wir uns an den drei Terminen. Gleichzeitig helfen wir dir dabei, dein eigenes Forschungsprojekt finden, an dem du im Anschluss an den Workshop weiterarbeiten kannst.

Workshop Lebensmittelchemie (ab der 9. Klasse)
vom 4. Januar bis 25. Januar 2019 immer freitags von 15 bis 18 Uhr

Wie unterscheidet man verschiedene Lebensmittel voneinander? Ist Obst wirklich so gesund? Und mit welchen Methoden können Lebensmittel untersucht werden? Diese und weitere Fragestellungen möchten wir im Workshop Lebensmittelchemie mit dir gemeinsam untersuchen. Ein Fokus liegt dabei auf dem Erlernen von Methoden und Arbeitsweisen zur Untersuchung von Lebensmitteln. Ausgestattet mit dem richtigen Handwerkszeug, kannst du im Anschluss an den Workshop an deinem eigenen Forschungsprojekt weiterarbeiten.

ACHTUNG! Für alle Workshops ist eine Anmeldung erforderlich. Schicke hierzu einfach eine E-Mail an sfz@forschungs-werkstatt.de

Lage des Schülerforschungszentrums

Das Schülerforschungszentrum findet ihr in den neu errichteten Modulbauten im Botanischen Garten. Einen Lageplan gibt es hier.

Anreise mit dem Auto

Der Botanische Garten der Kieler Universität, wo sich das Schülerforschungszentrum und die Kieler Forschungswerkstatt befinden, ist mit dem Auto gut zu erreichen. Parkmöglichkeiten gibt es am Ende der Leibnizstraße. Die Schranke am Anfang der Leibnizstraße wird geöffnet, wenn Ihr Bescheid geben, dass Ihr zum Botanischen Garten möchtet.

Anreise mit Bus und Bahn

Mit den Buslinien 50, 81 und 60S (Schnellbus) bis zur Endhaltestelle „Botanischer Garten“. Von hier aus ist das Schülerforschungszentrum durch den Haupteingang des Botanischen Gartens bequem zu erreichen.

Die Buslinien 6 und 61/62 halten an den Haltestellen „Uni-Sportstätten“ bzw. „Leibnizstraße“, von denen aus der Botanische Garten zu Fuß ebenfalls gut zu erreichen ist. Der Fußweg von der Haltestelle „Leibnizstraße“ ist geringfügig kürzer.

Bis auf die Buslinie 6 fahren die genannten Linien alle über den Hauptbahnhof Kiel.

Netzwerk Schülerforschungszentren Schleswig-Holstein (SFZ-SH)

Das SFZ Kieler Forschungswerkstatt ist einer von insgesamt sechs Standorten des Netzwerkes Schülerforschungszentren Schleswig-Holstein. Hierbei handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der Joachim Herz Stiftung, des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein sowie des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN).

Seit Beginn des Schuljahres 2017/18 wurden im Rahmen des Netzwerks an insgesamt sechs Standorten in Schleswig-Holstein Schülerforschungszentren aufgebaut.

An elf Stützpunktschulen sowie in der Kieler Forschungswerkstatt stehen den Mädchen und Jungen gut ausgestattete Räumlichkeiten und eine individuelle Betreuung durch Fachkräfte zur Verfügung. Auch Hochschulen, weitere Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Unternehmen sind regional in die Angebote der Zentren eingebunden. So erhalten die Jugendlichen Gelegenheit, die Arbeit in Forschungsverbünden kennenzulernen sowie gemeinsam kreative Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.

Alle Infos unter www.sfz-sh.de

In der Kieler Forschungswerkstatt bieten wir nicht nur Programme für Schülerinnen und Schüler an. Auch Lehrerinnen und Lehrer können bei uns neue Anregungen und Impulse für ihren Unterricht erhalten.

Durch unsere Lehrerfortbildungen bekommen Sie die Möglichkeit sich über aktuelle Forschungsthemen zu informieren. Sie erhalten wertvolle Tipps und Anregungen, wie Sie diese in den Unterricht integrieren und an Lehrplanthemen angliedern können.

Derzeit stehen im life:labor leider keine Angebote für Lehrkräfte zur Verfügung.